Website des Autors Wolfgang Eckl


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Projekt

Seit 2005 arbeite ich im Rahmen eines Autorencoachings des Scripta-Literaturstudios München an meiner neuen Geschichte, einem satirischen Fantasy-Roman mit dem Arbeitstitel "Hier spricht die Wache!".

Durch das Autorencoaching will ich meine schriftstellerischen Fähigkeiten professionalisieren. Gleichzeitig entsteht dabei eine höchst unterhaltsame Geschichte, mit der ich das epische Fantasy-Genre ebenso geistreich wie humorvoll ironisiere.

Nachfolgend ein Auszug aus dem Beginn der Geschichte:

Einige Kilometer südlich von Hüeterstedt, der größten Stadt des Landes Drakonien, waren zwei Bauern damit beschäftigt, ihr Feld zu bestellen. Es war ein ungewöhnlich heißer Tag in diesem ungewöhnlich heißen Frühling, und die beiden Männer schufteten bereits seit Stunden im Schweiß ihrer Angesichter, um die Saat auszubringen. Mit derben Flüchen trieben sie ihre Ochsen an, und durch herrisches Herumfuchteln ihrer Ruten versuchten sie, die lästigen Schmeißfliegen von den Tieren und sich selbst fern zu halten.
Die Sonne leuchtete prall und golden vom Himmel, und die Luft flirrte vor Hitze. Kurz vor der Mittagsstunde beschlossen die Bauern darum, eine ausgedehnte Pause einzulegen. Sie zäumten die Ochsen ab, trotteten zu der alten Weide, die am Rande ihres Ackers stand, und ließen sich im Schatten des Baumes nieder. Der Ältere der beiden hatte zwei Lederschläuche von ihrem Wagen mitgenommen, aus denen sie nun wortlos lauwarmes Wasser tranken. So hingen sie eine Weile ihren Gedanken nach.
Schließlich ergriff der Jüngere das Wort:
"Oh Mann, was gäbe ich jetzt darum, im Webertor zu hocken, mit einem kühlen Bier in der Linken und einem drallen Weib in der Rechten."
Der Ältere betrachtete ihn mit mürrischem Blick.
"Ach ja?", raunzte er schließlich. "Der Acker bestellt sich aber nicht von allein."
"Das weiß ich selbst. Es ist trotzdem eine angenehme Vorstellung."
"Du und deine Vorstellungen", grummelte der Alte und kratzte sich den schmutzigen Bart. "Du hältst dich wohl für den größten aller Weiberhelden."
"Ach was", erwiderte der Jüngere verärgert und kratzte sich nun ebenfalls seinen ebenso schmutzigen Bart. "Was heißt da Weiberheld." Er hielt kurz inne. "Aber so ein Heldenleben wäre nicht so schlecht. Ab und zu einen Drachen zu Brei hauen, Schätze rauben und diese dann mit drallen Weibern verprassen."
Der alte Bauer zog einen Klumpen Rotz aus dem Rachen herauf und spuckte ihn in hohem Bogen davon.
"Ja", entgegnete er dann gedehnt. "Und ehrbare Bauern von ihrem Land vertreiben. Was für eine Schweinerei. Wir müssen uns abrackern, und die machen sich auf unsere Kosten ein schönes Leben." Dabei deutete er auf die Stadt, die jenseits der Felder lag und deren hohe Türme von ihrem Lagerplatz als dünne Nadeln zu sehen waren, die in den Himmel stachen.
"Verdammte Lumpen!", ließ sich nun auch der Jüngere vernehmen. "Du hast Recht. Die haben keine Ahnung, was harte Arbeit ist."
"Aber du etwa", sagte der Alte und lachte lauthals heraus.
Ein Geräusch von der nahen Landstraße ließ die beiden Bauern in ihren philosophischen Betrachtungen über das Heldentum innehalten. Ein junger Mann kam die Straße entlang und schmetterte dabei unverdrossen ein Lied. Er hatte ein für seinen schmalen Körper viel zu großes Hemd und eine alte, ausgewaschene Hose an. Seine Füße, die in hölzernen Sandalen steckten, wirbelten bei jedem Schritt eine kleine Staubwolke auf. Über der Schulter trug er einen Stock, an dessen Ende ein kleiner, rot-weiß-karierter Sack baumelte. Die Bauern sahen sich an, setzten ein breites Grinsen auf und winkten dem etwas verträumt wirkenden Burschen grüßend zu.
"He, Junge!", rief der Alte. "Wohin des Wegs?"
"Ja, wohin so vergnügt", meinte der andere mit fröhlicher Stimme. "Bei dieser Hitze laufen doch nur Idioten durch die Gegend."
"Oder Helden", ergänzte der Alte, und die beiden Bauern lachten röhrend los.
Der junge Mann blieb verwundert stehen und deutete auf sich.
"Ja, dich meinen wir", prustete der Ältere.
Etwas zögerlich kam der Bursche näher.
"Wir beißen nicht, keine Sorge."
"Wir stinken höchstens nach Schweiß und Scheiße", sagte der Jüngere und lachte wieder los.
"Der Duft des arbeitenden Mannes, jawohl!", sagte der Alte im vollsten Brustton der Überzeugung und bedeutete dem Wanderer, sich zu setzen.
Der lächelte dankbar und ließ sich bei den beiden Bauern nieder.
"Das ist sehr nett von euch", sagte er mit einer hellen, klaren Stimme, die auf eine gute Herkunft schließen ließ. "Und seid mir herzlich gegrüßt an diesem herrlichen Tage."
"So sind wir eben", sagte der Jüngere der beiden Bauern und grinste den Alten an.
"Ihr müsst nämlich wissen", sagte der junge Bursche, "seit ich vor Tagen von zu Hause aufgebrochen bin, hat mich noch niemand eingeladen, sich zu ihm zu gesellen."
Einer der Bauern nahm seinen Wasserschlauch zur Hand, öffnete ihn und reichte ihn an den Burschen weiter. "Hier. Das ist zwar kein kühles Bier, aber es hilft gegen den Durscht."
Der junge Mann nahm den Schlauch entgegen und trank einige Schlucke.
Einige Meter entfernt grasten die Ochsen und schlugen mit ihren Schwänzen träge nach den Fliegen und Mücken, die eifrig um sie herumschwirrten.
"Wie heißt du denn, Kleiner?", fragte der Alte.
"Mein Name ist Rupert Ruppig, und ich komme aus Hohenthal."
Der Bauer kniff ein Auge zu und griff an seinen Schlapphut.
"Woher?"
"Das ist ein kleines Dorf in den Granitbergen", antwortete Rupert. "Bekannt durch seine Steinmetze."
"Ach ja, Hohenthal", sagte nun der junge Bauer und grinste in seinen Bart hinein. "Das kennt ja wirklich jeder."
"Und was willst du hier?", fragte der Alte. "Nein, lass mich raten. Du willst nach Hüeterstedt, um dort dein Glück zu versuchen, stimmt's?"
"Reich werden und ein dralles Weib ehelichen, richtig?", ergänzte der Jüngere.
Und die beiden Bauern fingen wieder an zu lachen.
"Nun ja, eigentlich ...", stotterte Rupert. "Eigentlich will ich ja ..."
"Ein Held werden", sagte der Alte, und wie auf ein Kommando begannen die zwei Bauern nun röhrend zu lachen.
"Woher wisst ihr das?", fragte Rupert überrascht.
"Ein Held!", wieherte der Jüngere der beiden Bauern und schnäuzte sich dabei den Rotz aus der Nase.
"So ein dürrer Bengel wie du ...", lallte der Alte. "Kannst du überhaupt ein Schwert richtig rum halten?"
"Oder eine Streitaxt?", gackerte der Jüngere.
"Du weißt sicher nicht mal, wie man eine Mistgabel hält!", prustete nun der Alte. Und die zwei Bauern hielten sich japsend die Bäuche vor Lachen.
Rupert holte tief Luft, und dann sagte er so bestimmt wie möglich:
"Ich gehe nach Hüeterstedt, um Drachentöter zu werden."
"Ach so", sagte der Alte. "Das ist natürlich was anderes."
Und dann brüllten die beiden los, als hätten sie gerade den größten Witz aller Zeiten gehört.
Es dauerte ein wenig, bis sie sich einigermaßen beruhigt hatten. Nachdem der Alte wieder zu Atem gekommen war, sagte er:
"So, so. Ein Wächter willst du also werden."
Rupert schüttelte den Kopf.
"Nein, nein ... Ich will kein Wächter werden, sondern ein Drachentöter."
Die Bauern starrten ihn einen Augenblick lang an. Dann begannen sie abermals schallend zu lachen, bis der Jüngere erklärend den Finger hob.
"Drachentöter sind Wächter, Bursche."
"Zumindest manche von ihnen", fuhr der andere fort.
"Und alle zusammen faules Pack", sagte der Jüngere. "Verstehen nichts von harter, ehrlicher Arbeit."
Und wieder wälzten sich die beiden Bauern lachend am Boden.
Rupert kratzte sich nachdenklich am Kopf. Dann stand er auf, nickte ihnen kurz zu und machte sich, ohne weiter auf das Gegröle der beiden zu achten, wieder auf den Weg.





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